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2019: Die Schlüsselmomente des Jahres

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
20.12.2019
Lesedauer
12 Minuten
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Zu den prägenden Elementen des Jahres 2019 zählen die Konkurswelle bei alteingesessenen Marken, der erstarkende Inklusivitätstrend, viele Führungswechsel und bedeutende Übernahmen, allen voran der Tiffany-Deal von LVMH.

JANUAR

China bereitet Dolce & Gabbana weiter Sorgen

Im Geschäftsjahr 2018/2019 sackte der Umsatz von Dolce & Gabbana im Raum Asien/Pazifik um 25 Prozent ein. Grund dafür war ein Werbevideo, das als rassistisch betrachtet wurde. Darin war eine junge Chinesin zu sehen, die versuchte, italienische Spezialitäten wie Pizza oder einen riesigen Cannolo mit Stäbchen zu essen. Dolce & Gabbana entschuldigte sich später in einem Video, doch vermochte das Unternehmen die Boykottaufrufe in China damit nicht zu beschwichtigen.


Ein Screenshot aus dem Dolce & Gabbana-Video, das Internet-User als anstößig empfanden


Deutsche Modemarken kämpfen, aber Gerry Weber überlebt

Bree, René Lezard, Strenesse und Schuhpark Fascies sind einige der deutschen Namen, die 2019 mit einer Insolvenz zu kämpfen hatten. Der internationale Modehändler Gerry Weber, der im Januar letzten Jahres Insolvenz angemeldet hatte, konnte jedoch überleben. Im Juli wurde er schließlich von Robus Capital und Whitebox gekauft, im Dezember kam mit J.P. Morgan ein weiterer Investor hinzu. Das Unternehmen trennte sich weitgehend von Tochter und Sorgenkind Hallhuber.

FEBRUAR

Gucci zieht Konsequenzen aus ‘Blackface’-Debakel

Die treibende Kraft der Kering-Gruppe startete auf dem falschen Fuß ins neue Jahr. Ein Sweatshirt löste eine Kontroverse aus, da das Design einer rassistischen 'Blackface'-Illustration ähnelte. In den darauffolgenden Wochen ernannte Gucci Renée Tirado zur Leiterin Diversität und startete ein Integrationsprogramm mit einem Budget von USD 10 Millionen (EUR 9 Mio.).


Der Stein des Anstoßes bei Gucci - Gucci


MÄRZ

Tom Ford legt beim CFDA los

Tom Ford übernahm die Führung des amerikanischen Branchenverbandes Council of Fashion Designers of America (CFDA) und brachte erste Veränderungen an. Als starkes Zeichen für die Förderung der Vielfalt ernannte er vier neue Vorstandsmitglieder: Carly Cushnie, Maria Cornejo, Kerby Jean-Raymond und Virgil Abloh. In seiner ersten Saison verlegten mehrere Star-Designer ihre September-Schauen von Manhattan nach Brooklyn, so Tory Burch, Michael Kors und Per Moss. Tommy Hilfiger ging weiter nördlich ins legendäre Apollo Theater in Harlem. Und, unabhängig wie er ist, organisiert Tom Ford seine eigene Show bereits anderswo – an der kommenden New Yorker Schauensaison im Januar wird er seine Kollektion zwei Tage vor der Oscar-Zeremonie in Los Angeles zeigen.



Tom Ford



Galeries Lafayette enthüllt das "Kaufhaus der Zukunft" in Paris

Das französische Kaufhaus enthüllte im März ein 6500 m² großes Vorzeigeprojekt an der renommierten Avenue des Champs-Elysées in Paris. Das als Modehandels-Labor ausgerichtete Konzept soll eine internationale Kundschaft ansprechen, die sich für die besten Ready-to-Wear-, Accessoires- und Beauty-Produkte interessiert. Kein Shoppingausflug ist vollkommen ohne einen Besuch bei GL an der Champs-Elysées.



Galeries Lafayette Champs Elysées - Photo: FashionNetwork.com


APRIL

Versace kommt in Fahrt

Versace hat ein sehr ereignisreiches Jahr hinter sich, mit dem Abschluss der EUR 1,83 Milliarden schweren Übernahme durch den Konzern Michael Kors, der später in Capri Holdings umbenannt wurde. Nicolas Crespin wurde im April zum CEO des italienischen Luxuslabels ernannt, obwohl der bisherige CEO Jonathan Ackroyd noch immer aktiv am Geschäftsleben beteiligt ist. Versace fasste auch Fuß in der Feinparfümerie und kündigte an, dass die Damen- und Herrenkollektionen ab 2020 zusammen defilieren werden. Kurz vor Weihnachten flatterte zudem die Information herein, dass Donatella ihre Cruise Collection im Frühjahr in den USA zeigen wird.

Sonia Rykiel geht unter doch der Markenname lebt weiter

Nachdem die Relaunch-Versuche des Pariser Labels mehrere Jahre lang erfolglos verliefen, warf der ursprüngliche Inhaber, First Heritage Brands, Anfang 2019 das Handtuch. Da kein Investor für die Übernahme des Unternehmens gefunden werden konnte, wurde das 1968 von der Designerin Sonia Rykiel gegründete Label liquidiert. Das Gericht bot die Markenrechte an Sonia Rykiel zum Verkauf an. Am 17. Dezember erhielten zwei der Mitbegründer von Showroomprivé, Eric und Michael Dayan, den Zuschlag  Die neuen Inhaber der Markenrechte dieser “ikonischen Marke der französischen Mode” wollen das Pariser Label noch 2020 wiederauferstehen lassen.
 
Luxuskonzerne überbieten sich zur Rettung der Kathedrale Notre Dame

Die dramatischen Bilder der brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris flimmerten im April weltweit über die Fernsehbildschirme. Der Brand mobilisierte die führenden französischen Luxuskonzerne. LVMH, Kering, L’Oréal und die Familien ihrer Inhaber sprachen Spenden von EUR 100 bis 200 Millionen zu, um die Kathedrale zu retten. Trotz der Großzügigkeit kamen in Frankreich auch kritische Stimmen auf angesichts der nicht unbedeutenden Steuerabzüge, die sie dadurch geltend machen konnten.



Der Brand von Notre Dame


FRÜHJAHR / SOMMER

Neue Inhaber für The Kooples und De Fursac

Die beiden französischen Marken wurden großen Modekonzernen einverleibt: Im März verkündete The Kooples die Übernahme durch die Schweizer Gruppe Maus Frères (zu dem auch Lacoste, Aigle und Gant gehören). Das Menswear-Label De Fursac wurde im Juni von SMCP geschluckt.

MAI

Rihanna wird von LVMH zur neuen Modekönigin gekrönt

Was zu Beginn des Jahres als leises Gerücht begann, wurde im Mai offiziell bestätigt. Das “geheime” Projekt, das Bernard Arnaults Luxuskonzern mit der Popsängerin Rihanna ausarbeitete, wurde mit dem Launch der ersten Ready-to-wear- und Accessoires-Kollektion von Fenty konkretisiert. Die Zusammenarbeit wurde sogleich zur globalen Luxus-Sensation.


Rihanna beim Launch ihres Labels Fenty mit LVMH


Wolfgang Joop feiert Comeback mit Van Laack
Der erfolgreiche deutsche Modedesigner Wolfgang Joop feierte im Mai ein beachtliches Comeback als Kreativdirektor beim Hemdenspezialisten Van Laack. Im Juni waren die ersten Kreationen des Designers, der in diesem Jahr seinen 75ten Geburtstag feiert, unter großem Andrang auf der Premium Messe in Berlin zu sehen.

JUNI

Ein Pariser Adieu für Karl Lagerfeld<<<70>>>
Zwanzig oder mehr Designer, unzählige Journalisten und Manager sowie Hunderte Bekannte und Freunde des Designers nahmen Mitte Juni an einer einzigartigen Gedenkfeier von Karl Lagerfeld Abschied. Der Modezar war im Februar verstorben. Die Veranstaltung umfasste Lesungen und Performances von Tilda Swinton, Cara Delevingne, Pharrell Williams und Fanny Ardant: Lang Lang spielte eine liebliche Melodie auf einem Flügel, den Karl Lagerfeld designt hatte und verschiedene Videos erinnerten an die Bonmots und mehrsprachigen Pointen sowie ausgefeilten Aphorismen des Modeschöpfers. Helen Mirren las zur Musik der Violonistin Charlie Siem gar eine Reihe seiner markigsten Wortspiele. Unter den geladenen Gästen verweilte auch sein treuster Begleiter – seine Burma-Katze Choupette, die verloren ihre Runden in Karls zweitem Zuhause, dem Grand Palais, zog.



Karl Lagerfelds Gedenkfeier in Paris


Proteste in Hongkong schrecken Luxusmarken ab

Die Massenproteste für mehr Demokratie in Hongkong haben Luxusmarken seit dem Beginn der Bewegung im Sommer stark zugesetzt. Viele globale Luxusmarken waren gezwungen, Verkaufsstellen in Hongkong zu schließen, darunter Prada und Cartier. Das Touristenaufkommen im Land ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 50 Prozent zurück. Fast alle regionalen Händler mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Und Marken, die die Forderungen nach mehr politischen Freiheiten auch nur unabsichtlich unterstützt haben, wurden von der kommunistischen Partei bestraft.



Proteste in Hongkong am Erntedankfest


JULI

LVMH engagiert sich für die Umwelt und für Stella McCartney

Im Juli überraschte Stella McCartney die Branche, als sie sich nur ein Jahr nach der mit Kering vereinbarten Rückkaufentscheidung der Marke mit der Rivalin des Luxuskonzerns, der französischen Luxusgruppe LVMH, zusammenschloss. Es gelang der britischen Designerin und Unternehmerin, ihr Unternehmen wieder anzukurbeln und dabei Hauptaktionärin zu bleiben. Außerdem übernahm sie eine neue Aufgabe als “persönliche Beraterin” von Bernard Arnault in Umweltfragen.



Stella McCartney


AUGUST

Farfetch übernimmt New Guards

Im August sorgte die Luxus-Shoppingplattform Farfetch für Aufregung. Das Unternehmen kündigte die Übernahme der New Guards Group (Mutterkonzern von Off-White, Palm Angels, Heron Preston und County of Milan) an. Doch die USD 675 Millionen (EUR 610 Mio.) schwere Übernahme war einem der entscheidenden Beteiligten von New Guards, dem Off-White-Gründer Virgil Abloh, offensichtlich ein Dorn im Auge. Nur einen Monat später glänzte er an der nächsten Off-White-Show im Centre Pompidou in Paris mit Abwesenheit. Offenbar erhielt der Designer kein Geld, da New Guards die Lizenz an Off-White und nicht an seine Marke verkaufte. Offiziell kündigte Virgil Abloh an, er müsse aufgrund “ärztlicher Anordnungen” einen Gang zurückschalten. … Hmm…



Virgil Abloh


Barneys geht Bankrott – ein tiefer Schlag für den Einzelhandel

Nach dem zweiten Konkursantrag in der 96-jährigen Geschichte von Barneys New York, wurde das Unternehmen im November an Authentic Brands veräußert. Bei der Eröffnung des Liquidationsverfahrens erklärte Authentic Brands, dass der Flagship Store von Barneys an der Madison Avenue noch mindestens ein Jahr lang geöffnet bleiben werde.

Kering enthüllt Modepakt

Das innovative Bündnis wurde am 26. August am G7-Gipfel im französischen Biarritz enthüllt. Der französische Präsident hatte François-Henri Pinault mit der Gründung des Pakts beauftragt. Rund 30 Unternehmen unterzeichneten ihn, darunter Chanel, Adidas und der Mulliez-Konzern. Ziel des Modepakts ist es, die Auswirkungen der Mode- und Luxusbranche auf das Klima, die Biodiversität und die Ozeane zu verringern.


Präsentation des Modepakts im Elysée-Palast in Paris am 23. August - Elysée.fr


Chinesische Modegruppe Ellassay übernimmt IRO

Im August übernahm die chinesische Modegruppe Ellassay 100 Prozent der Anteile an der französischen Marke IRO. Dies dürfte IRO eine schnelle Entwicklung zusichern. Für Ellassay bedeutet der Schritt eine weitere Festigung der Position in der globalen Modebranche. Zum Konzern gehören bereits die Marken Vivienne Tam und Laurèl.

SEPTEMBER

Rihanna’s Savage x Fenty Show in Brooklyn

Rihanna zeigte mit Abstand die bedeutendste Runway-Show der New Yorker Saison. Bemerkenswerterweise für eine Show im Instagram-Zeitalter wurden am Eingang alle Handys eingezogen, sogar Suzy Menkes’ beiden Smartphones wurden ihr abgenommen. Es folgte eine 40-minütige Mischung aus Broadway Show, Hip Hop Call-& Response-Stück, Performance Art, Straßentheater und integrativem Lingerie-Defilee mit Models verschiedener Hautfarben, Körpergrößen und -formen. Die exklusiv für Amazon Prime bestimmte Show katapultierte Savage X Fenty in die Lingerie-Stratosphäre. Victoria’s Secret, Platz gemacht!



Die Savage x Fenty Show in New York, September 2019


Demna Gvasalia verlässt Vetements<<<70>>><<<70>>>Im September kündigte der gebürtige georgische Designer Demna Gvasalia seinen Rücktritt von Vetements an. Der Designer hatte die Marke 2014 mit seinem Bruder Guram gegründet und habe nun das Gefühl, er habe seine Aufgabe als “Konzeptualist und Design-Pionier” erfüllt. Er verlässt das in Zürich ansässige Label, bleibt aber weiterhin als Kreativdirektor von Balenciaga tätig. Für Vetements steht am Freitag, 17. Januar eine Menswear-Show in Paris an, entworfen von einem bislang unbekannten kreativen Team.

Chinesische Politik sorgt für Verwerfungen in der Modebranche

Die Politik in China war schon immer ein heikles Thema für die Marken, doch 2019 machte sich diese Empfindlichkeit deutlich stärker bemerkbar. Im August wurde Versace in den chinesischen Medien hart kritisiert für ein T-Shirt, auf dem das Modehaus versehentlich suggerierte, dass Hongkong und Macau unabhängige Länder sind. Darüber kündete die beliebte Schauspielerin Yang Mi ihren Vertrag mit Versace. Derselbe “Fehler” tauchte kurze Zeit später auch auf einem T-Shirt on Coach auf. Der Mutterkonzern Tapestry zog die Konsequenzen und feuerte den schnell gefundenen Sündenbock – Coach CEO Victor Luis – im September. Dennoch entschloss sich das chinesische Topmodel Liu Wen, ihre Beziehung zur Coach als Markenbotschafterin mit sofortiger Wirkung zu beenden.

OKTOBER

Gernot Lenz übernimmt die Führung bei Tom Tailor

Es war ein ereignisreicher Oktober für Tom Tailor. Kurz nach der Bekanntabe einer Finanzierungsvereinbarung mit Banken und dem Mehrheitsaktionär Fosun ernannte das strauchelnde Modeunternehmen Gernot Lenz zum neuen CEO von Tom Tailor. Er folgt damit auf Heiko Schäfer, der gemeinsam mit Finanzvorstand Thomas Dressendörfer das Unternehmen verließ.
 
Claus-Dietrich Lahrs wird CEO von S.Oliver

Im selben Monat verkündete auch S.Oliver einen Wechsel an der Spitze. Claus-Dietrich Lahrs übernimmt die Position vom Gründer Bernd Freier, der die Stelle interimistisch nach dem Ausscheiden von Gernot Lenz besetzte. Freier zieht sich endgültig aus der operativen Geschäftsführung zurück, was für die Marke eine neue Ära bedeuten könnte – insbesondere unter der Leitung des Premium-orientierten Lahrs, der von Bottega Veneta kommt und zuvor bereits für Louis Vuitton, Dior und Hugo Boss tätig war.



Claus Dietrich Lahrs, neuer CEO von S.Oliver - SOliver Group


Alber Elbaz plant neues Projekt mit Richemont

Alber Elbaz ist zurück, oder zumindest bald. Für den viel beachteten und geschätzten Designer von Lanvin zeichnet sich am Horizont ein neues Projekt ab. Dieses soll 2020 mit der Unterstützung von Richemont, der drittgrößten Luxusgruppe der Welt, gelauncht werden. Viele Details wurden nicht veröffentlicht, doch dürfte sich die Branche um Einladungen reißen, wenn es denn so weit ist.



Alber Elbaz


Vertrauensvotum für Galliano

Renzo Rossos Marke OTB entschloss sich für die Verlängerung des Vertrags mit John Galliano als Kreativdirektor von Maison Margiela. Seit seiner Ankunft im Jahr 2014 erntete der Designer viel Lob für seinen avantgardistischen Ansatz, um Margiela zum "coolsten modernen Couture-Haus" zu machen. Und auch die Umsatzzahlen belegen seinen Erfolg: Das Haus hat seinen Umsatz unter seiner kreativen Leitung verdoppelt.



Maison Margiela - Herbst/Winter 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


NOVEMBER

LVMH-Gruppe übernimmt Tiffany

Der französische Luxusgüterkonzern landete mit der Übernahme der amerikanischen Schmuckmarke für USD 16 Milliarden (EUR 14,7 Mrd.) einen großen Coup. Es handelte sich beim Rekordbetrag um die bedeutendste Übernahme in der Geschichte des Konzerns. LVHM-Chef Bernard Arnault witzelte stolz, dass "eine  amerikanische Ikone etwas französisch geworden ist”.



Tiffany.com


Skandal um Victoria’s Secret

Die Kritik an der amerikanischen Lingerie-Marke schwellte an, nachdem der CEO des Victoria’s Secrets-Mutterkonzerns L Brands, Les Wexner, öffentlich zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung gebracht wurde. Das Unternehmen hatte bereits stark an der heftigen Kritik gelitten, die CMO Ed Razek für seine kontroversen Kommentare zu Transgender und Plus-Size-Models erntete. Offensichtlich sind einige CEOs immer noch taub, wenn es um #MeToo und Emanzipation geht. Und wie wenn dies der schlechten Nachrichten nicht genug wäre, stellte das Unternehmen seine riesige Runway-Show 2019 nach 24 Jahren ein.
 
Kylie Jenner verkauft ihr Label für über 500 Millionen Dollar

Am 18. November legte der amerikanischen Kosmetikkonzern Coty USD 600 Millionen (EUR 542 Mio.) auf den Tisch, um das von Kylie Jenner gegründete Make-up-Label Kylie Cosmetics zu übernehmen. Der Konzern, zu dem auch Bourjois und Calvin Klein Perfumes gehören, übernahm einen 51-Prozent-Anteil am Unternehmen. Dessen Wert wurde vier Jahre nach der Gründung der Marke auf USD 1,2 Milliarden (EUR 1,08 Mrd.) geschätzt. Kylie Jenner wird durch die Transaktion zur jüngsten Milliardärin der Welt.



Kylie Cosmetics


Rekordumsatz am Singles’ Day

Seit 2009 hat sich der von Alibaba / Tmall organisierte Singles’ Day zu einem wichtigen Kommerzfest entwickelt. Viele haben zwar den Ursprung des Shopping-Festivals vergessen, doch die Veranstaltung stellt regelmäßig neue Umsatzrekorde auf. Im November 2019 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf CNY 268 Milliarden (EUR 34 Mrd.). Kein Wunder, dass im Onlinehandel von JD.com bis Amazon nichts mehr an diesem Tag vorbeigeht.

DEZEMBER

Katarische Herrscher wechseln Führungsspitze von Valentino und Balmain aus

Die katarische Herrscherfamilie, der die Modehäuser Valentino und Balmain gehören, wechselte die Führungsspitze der beiden Unternehmen aus. In Paris verließ Balmain-CEO Massimo Piombini das Unternehmen für eine neue Stelle bei Diesel. Er wurde von Jean-Jacques Guével ersetzt. In Rom gehen derweil Gerüchte um, dass Jacopo Venturini Stefano Sassi ablösen könnte. Der Rücktritt des Managing Directors für globale Märkte, Sebastian Suhl, wurde bereits angekündigt, er verlässt das Modehaus im Januar.


Valentino - Frühjahr/Sommer 2020- Haute Couture -


 
Galeria Kaufhof und Karstadt werden eins

Galeria Karstadt Kaufhof – das ist der neue Name des Kaufhaus-Riesen, der Ende letzten Jahres entstand, nachdem HBC die Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt vollzogen hatten. Im Juni dann wurde Signa der alleinige Eigentümer, im November erfolgte die rechtliche Verschmelzung beider Unternehmen. Im Bestreben, das Geschäftsfeld Sport weiter auszubauen, übernahm Galeria Karstadt Kaufhof im Dezember den Sporthändler SportScheck von der Otto Group.

Modebranche stellt sich nach Tory-Wahlsieg auf Brexit ein
<<<70>>>Die Queen mag im neuen Parlament zwar prächtig ausgesehen haben, doch die Vorstellung des bevorstehenden Brexits trifft in der Modebranche auf wenig Begeisterung. Bereits jetzt hat der Brexit in der Modebranche Kosten in Millionen- wenn nicht gar in Milliardenhöhe verursacht. Genaue Angaben sind schwierig, da er ja noch nicht vollzogen worden ist. Der Sturzflug des Pfunds hat zwar die Ausgaben der Touristen für Luxusgüter angekurbelt, doch drückt er entsprechend auf die Exporte. Der größte Verlust ist jedoch durch vorsichtige Verbraucher und die seit drei Jahren auf Eis gelegten Investitionspläne der Unternehmen zu beklagen. Bei den berühmten Universitäten in London dürfte eine Abwanderung der Studenten aus Europa nicht abzuwenden sein, wenn die Studiengebühren plötzlich doppelt so hoch ausfallen. Und die Fachkräfteabwanderung in der Modebranche dürfte so gut wie über Nacht einsetzen.



Photo: Shutterstock.com



 

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