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AFP
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
21.07.2022
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Bluebell Capital will ehemaligen Bulgari-Chef für Richemont

Von
AFP
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
21.07.2022

Der aktivistische Aktionär Bluebell Capital Partners will den ehemaligen Chef des italienischen Schmuckunternehmens Bulgari, Francesco Trapani, in den Verwaltungsrat der Richemont-Gruppe aufnehmen. Dies berichtete Bluebell am Mittwoch.


Francesco Trapani - Archives


Am Dienstag berichtete die Schweizer Luxusgruppe Richemont, zu der auch das Luxushaus Cartier zählt, über die Forderungen des Londoner Fonds nach einer strukturellen Veränderung im Verwaltungsrat. Der Bluebell-Fonds machte in der Vergangenheit bereits durch ein Tauziehen mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline und dem französischen Lebensmittelkonzern Danone auf sich aufmerksam.

Nun wurde bekannt, dass er die Berufung von Francesco Trapani zum neuen Verwaltungsratsmitglied verlangt. Trapani soll die Inhaber von A-Aktien vertreten, wie der Fonds am Mittwoch in einer individuellen Pressemitteilung erklärte. "Francesco Trapani verfügt in der Schmuckbranche über eine unbestrittene Führungskompetenz", so der Fonds mit Verweis auf seine Erfahrung an der Spitze von Bulgari, aber auch beim französischen Luxuskonzern LVMH und der amerikanischen Gruppe Tiffany & Co.

Richemont erzielt mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Schmuck, ist aber über Marken wie IWC, Piaget, Chloé und Montblanc auch in den Bereichen Uhren, Mode und Accessoires tätig.

Der Fonds fordert von Richemont, dass die Statuten geändert werden, um die Anzahl Vertreter der A-Aktien auf drei zu erhöhen. Laut Statuten hätten diese Anrecht auf einen Sitz im Verwaltungsrat, werden heute jedoch von keinem Verwaltungsratsmitglied vertreten, wie Bluebell nun anprangert.

Bluebell Capital betont das Ungleichgewicht zwischen den A-Aktien-Inhabern, die 90,1 Prozent der wirtschaftlichen Interessen im Unternehmen vertreten, und den B-Aktien-Inhabern, die mit nur 9,1 Prozent des Kapitals 50 Prozent der Stimmrechte halten.

Die B-Aktien sind im Besitz der Compagnie Financière Rupert, deren Namen von der Gründerfamilie der Gruppe stammt. Diese kam in Südafrika durch den Tabakhandel zu Reichtum, bevor sie sich Luxusgütern zuwandte. In der Praxis verleihen die B-Aktien Johann Rupert, dem Präsidenten des Unternehmens, die Kontrolle über Richemont.

Als Großenkel des Bulgari-Gründers führte Francesco Trapani von 2011 bis 2014 die Schmuck- und Uhrensparte von LVMH, nachdem das italienische Haus vom französischen Luxuskonzern übernommen wurde. Er blieb Bernard Arnault bis 2016 in beratender Funktion treu.

2017 trat er in den Verwaltungsrat von Tiffany & Co ein, als der amerikanische Juwelier ein Übereinkommen mit dem aktivistischen Fonds Jana Partners schloss. Tiffany & Co. akzeptierte, den Verwaltungsrat um drei Mitglieder zu erweitern. Francesco Trapani legte sein Mandat Ende 2019 kurz nach dem Übernahmeangebot von LVMH nieder.

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