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Fabeau
Veröffentlicht am
17.06.2010
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Der Otto Katalog hat ausgedient – jetzt setzt man auf eOtto

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Fabeau
Veröffentlicht am
17.06.2010



Die Otto Gruppe konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 28.2.2010) vom krisenbedingten Negativtrend im Einzelhandel abkoppeln und erhöhte seinen Konzernumsatz um 1,4% (währungsbereinigt um 1,8%) auf über 10,1 Mrd. Euro. Insbesondere im deutschen Kernmarkt konnte die Gruppe den Umsatz aufgrund der Quelle-Insolvenz und des florierenden Onlinegeschäfts um 6,7% auf knapp 5,8 Mrd. steigern. Im Ausland ging das Geschäft um 4,9% zurück mit hohen einstelligen Verlusten im europäischen Ausland. Einzig in Russland konnten die Aktivitäten der Otto Group um über 130% auf 189 Mio. Euro zulegen.
Das Kerngeschäft, der Multichannel-Einzelhandel, schloss mit einem Umsatz von 8,921 Mrd. Euro ab – ein Plus von 1,4%. Die Segmente Finanzdienstleistungen und Services, zu dem im Wesentlichen die Logistikgruppe Hermes gehört, erhöhten die Umsätze auf 388 Mio. Euro (+1%) bzw. 822 Mio. Euro (+2,1%).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich von 229 Mio. auf 314 Mio. Euro. Das negative Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich von -95 auf +34 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss lag bei 200 Mio. Euro – ist der Handel auch noch so groß, bleibt verhältnismäßig wenig hängen: die Umsatzrentabilität liegt bei der Otto-Gruppe bei 2%, im letzten Jahr waren es noch 3,3%. Die Eigenkapitalquote konnte maßgeblich durch die Veräußerung der Finanzbeteiligungen an der Confidis-Gruppe und der Monabanq. S.A. um 31% auf 1,9 Mrd. Euro gesteigert werden.
Im Einzelhandelsgeschäft profitierte Otto insbesondere vom eigenen Onlinehandel, der in Höhe von 3,8 Mrd. Euro zum Gesamtumsatz beitrug. Der internationale Handelsumsatz wird jetzt bereits zu 43% aus eCommerce-Aktivitäten erlöst. Insofern konnte die Gruppe ihre Position als führender Onlinehändler für Fashion und Lifestyle weiter behaupten. Weitere Online-Aktivitäten wie die Zalando-Konkurrenz mirapodo, Limango oder der Launch der Shoppingportale „Prestige“ in der Ukraine oder „ShopDeLuxe“ in Russland sollen die Vormachtstellung weiter sichern. Wenn das langfristig gelingen soll, sind erhebliche Anstrengungen notwendig: immer mehr Spezialanbieter, firmeneigene Shoppingplattformen und internationale eRetailer machen es dem Konzern zunehmend schweren Kunden zu halten bzw. zu gewinnen. Daher setzen die Hamburger auch auf Plan B und offerieren anderen Portalen ihre Leistungen als Fulfillment- und Logistikanbieter.
Momentan sieht die Lage aber noch gut aus: In das laufende Geschäftsjahr ist man „hervorragend“ mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich gestartet. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Otto Schrader erwartet daher für 2010/11 ein „prozentual zweistelliges Umsatzplus“ und eine „steigende Rendite“.

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