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GermanFashion: Deutsche Modebranche unter Druck

Veröffentlicht am
03.03.2020
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Im Jahr 2019 erwirtschaftete die deutsche Bekleidungsindustrie einen geschätzten Umsatz von rund 11 Milliarden Euro. Dies entspreche einem leichten Minus von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, verkündet Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion.

Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion, sieht die deutsche Wirtschaft derzeit nicht investitionsfreudig - GermanFashion


Die Gesamtumsätze der Bekleidungsbranche zeigen eine den gemäßigten Erwartungen des letzten Jahres entsprechende Situation, so Gerd Oliver Seidensticker.
 
"Die Exportmärkte präsentieren sich weiterhin erfreulich stark, während wir es insbesondere auf dem Beschaffungsmarkt China mit einer, bedingt durch das Corona-Virus, schwierigen Situation zu tun haben", erklärt Seidensticker weiter.

Das Segment der "sonstigen Oberbekleidung" schließe bei den deutschen Unternehmen mit einem Minus von 4,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten zeige sich stabil und die Anzahl der Betriebsstätten verringere sich um knapp 1 Prozent. Die jahrelangen Gewinner der Branche, die Hersteller der Arbeits- und Berufsbekleidung, gehen mit einer schwarzen Null aus dem Jahr hervor.
 
"Dies ist ein Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft zurzeit nicht besonders investitionsfreudig ist und große Unternehmen trotz insgesamt guter Konsumlage auf Kurzarbeit setzen. Doch insgesamt können wir sagen, dass sich der Minustrend des Vorjahres erfreulicherweise verlangsamt hat", sagt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion.
 
2019 konnte die deutsche Modebranche bei den Exporten Erfolge erzielen. Die Gesamtumsätze zeigen auf allen internationalen Märkten ein Plus von 5,6 Prozent. Auf dem außereuropäischen Markt erreichten deutsche Hersteller in 2019 ein Umsatzplus von 2 Prozent.
 
"Deutsche Marken genießen auch außerhalb ihrer bewährten europäischen Heimat mit ihrer Qualität, ihrer guten Passform und ihrem Design einen sehr guten Ruf und behaupten sich gegenüber internationalen Fast Fashion Anbietern", so Gerd Oliver Seidensticker von der gleichnamigen Unternehmensgruppe.
 
Bei den wichtigsten zehn Exportländern der Branche liegt folgende Rangliste vor: Schweiz, Polen Österreich, Frankreich, Niederlande, Italien Vereinigtes Königreich, Belgien, Spanien und Tschechien. Das Vereinigte Königreich zeige sich trotz Brexit noch stabil mit keinerlei Veränderung zum Vorjahr, was mit der abwartenden Haltung der deutschen Hersteller einhergehe.
 
GermanFashion veröffentlicht außerdem eine repräsentative Umfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus. Unter den Mitgliedern des deutschen Modeverbandes zeige sich eine zwiegespaltene Situation bezogen auf China.
 
"China ist als Produktionsland kurz oder mittelfristig nicht zu ersetzen, ganz besonders nicht durch Ersatzlösungen, die nun hektisch gesucht werden. Sicherlich werden aber einige Unternehmen für die Zukunft überlegen, wie sie ihre hochentwickelte Supply Chain unempfindlicher gegen Störungen wie diese gestalten können", so der Verband.
 
Mit einem leichten Zuwachs in 2019 liege China weiterhin unangefochten an der Spitze der wichtigsten Importländer. Bangladesch habe sein Wachstum verlangsamt, zeige sich jedoch stabil auf Platz 2 der Importstatistik. Die Türkei finde sich mit einem leichten Minus auf Platz 3. Dahinter kommen Italien, Indien, Vietnam, Kambodscha, Pakistan, Niederlande und erstmalig auf Rang 10 sei Polen unter den Top Ten dabei.

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