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15.05.2022
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Gerry Weber verliert Hälfte des Grundkapitals

Veröffentlicht am
15.05.2022

Bei Gerry Weber kehrt die finanzielle Unruhe zurück: Auf eine positive Prognose folgte zunächst die Verschiebung der Bekanntgabe der Konzernergebnisse. Nun hat der Vorstand der Gerry Weber International AG im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2021 festgestellt, dass das Unternehmen einen Verlust in Höhe von -5,078 Mio. Euro erwirtschaftet hat.

Die Zentrale im westfälischen Halle. - Gerry Weber


Die Summe markiert einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals der AG. Darüber informierte das Unternehmen den Kapitalmarkt am Freitag in einer Adhoc-Mitteilung. Dabei handele es sich um einen rein bilanziellen Effekt im Einzelabschluss der AG, im Wesentlichen bedingt durch die Übernahme von Verlusten der Gerry Weber Retail GmbH. Das operative Geschäft der Gruppe werde dadurch auskunftsgemäß nicht beeinflusst – insbesondere sei die Lieferfähigkeit und Liefertreue sichergestellt.

Aufgrund der erhaltenen Überbrückungshilfe von 29,1 Mio. Euro verfüge man über eine stabile Liquidität. Gründe für den Verlust sind primär die Übernahme der Verluste der eigenen Retail GmbH in Höhe von -29,393 Mio. Euro aufgrund des zwischen der Gesellschaft und der Retail GmbH bestehenden Gewinnabführungsvertrags und die Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte aufgrund von schlechteren Rentabilitätserwartungen der Tochtergesellschaften in Höhe von -5,282 Mio Euro, heißt es aus Halle. 

Die hohen Verluste der Retail-Tocher liegen neben den durch die zwei Jahre anhaltende Corona-Pandemie bedingten Schließungen von Geschäften vor allem in Drohverlustrückstellungen für einzelne Geschäfte in Höhe von -10,174 Mio. Euro und in einem negativen Effekt aufgrund der Verschmelzung der TB Fashion GmbH auf die Gerry Weber Retail GmbH in Höhe von -6, 397 Mio. Euro.

Die Gerry Weber International AG geht weiterhin davon aus, dass die am 31. März 2022 vorab veröffentlichten vorläufigen Konzernzahlen ohne wesentliche Veränderungen im geprüften Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 enthalten sein werden. Auch geht die Gesellschaft weiterhin davon aus, das Jahresergebnis 2021 und die Ergebnisse für das erste Quartal 2022 am 30. Mai 2022 zu veröffentlichen. Der Vorstand will unverzüglich eine Hauptversammlung einberufen, um den Aktionären den Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals anzuzeigen.

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