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Veröffentlicht am
05.05.2022
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Henkel will durch Fusion Millionen sparen - 2000 Stellen betroffen

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DPA
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05.05.2022

Der Konsumgüterkonzern Henkel erwartet millionenschwere Einsparungen aus der Fusion seiner Konsumgütergeschäfte. Vor allem in Verwaltung und Vertrieb sehen die Düsseldorfer erhebliches Synergiepotenzial. Dies wirkt sich auch auf die Arbeitsplätze aus: 2000 Stellen sollen weltweit wegfallen. Zudem will sich Henkel von weiteren Marken und Geschäften trennen.

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An der Börse stiegen die Aktien daraufhin am Donnerstagvormittag zunächst um knapp zwei Prozent, gaben einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab. Die mittelfristigen Ziele blieben unverändert, notierte JPMorgan-Analystin Celine Pannuti. Entscheidend bleibe das Vertrauen der Anleger in die Umsetzung.

Henkel kündigte an, mittelfristig durch die bereits eingeläutete Zusammenlegung der Geschäfte mit Wasch- und Reinigungsmitteln sowie der Kosmetik brutto rund 500 Millionen jährlich einsparen zu wollen. Dies gelte vor Reinvestitionen. Die Synergien sollen sich vor allem aus der Verbesserung von Vertriebs- und Verwaltungsstrukturen, in Produktion und Logistik sowie bei Werbung und Marketing ergeben, hieß es. In der ersten Phase sollen bis Ende des Jahres 2023 Netto-Einsparungen auf jährlicher Basis von rund 250 Millionen Euro erreicht werden. Die Einmalaufwendungen bezifferte Henkel für die erste Phase auf 350 Millionen Euro.

Zudem soll das Portfolio weiter ausgemistet und unter den Erwartungen laufende Geschäfte verkauft oder eingestellt werden. Aktuell würden Geschäfte und Marken mit einem Umsatzvolumen von bis zu einer Milliarde Euro überprüft. Bereits bekannt sind die 200 Millionen Euro im Kosmetikgeschäft, die Henkel bereits zu Jahresbeginn zur Disposition gestellt hatte. Damit setzt der Konzern seine Konzentration im Markenportfolio weiter fort. So hatten die Düsseldorfer in den vergangenen zwei Jahren bereits Marken und Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von rund 500 Millionen Euro verkauft oder eingestellt.

Henkel hatte Anfang des Jahres angekündigt, die beiden Konsumenten-Sparten zusammenlegen zu wollen und so Wachstum und Profitabilität anzukurbeln. So macht das Waschmittelgeschäft in den USA seit einiger Zeit Probleme. Aber vor allem die Haar- und Körperpflegesparte gilt trotz bekannter Marken wie Fa, Schauma oder Schwarzkopf seit Jahren als Sorgenkind. Es ist das margenschwächste Geschäft im Konzern, zu dem neben dem Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft mit Marken wie Persil noch das gewinnträchtige Industrieklebstoffgeschäft gehört.

Durch die Verschmelzung will Henkel von Größenvorteilen profitieren und dadurch Mittel für weitere Investitionen freilegen. Gemeinsame Teams sollen künftig schlankere Strukturen und schnellere Entscheidungsprozesse ermöglichen. Zudem sind weitere, ergänzende Zukäufe eine Option.

Henkel sieht sich derzeit neben einem schwächelnden Kosmetikgeschäft zusätzlich mit den stark steigenden Rohstoffkosten konfrontiert. Zwar konnte das Unternehmen seinen Umsatz im ersten Quartal wie bereits bekannt aus eigener Kraft um 7,1 Prozent auf rund 5,3 Milliarden Euro steigern. Der Anstieg war jedoch rein preisbedingt. Das verkaufte Volumen ging zurück. Wegen der deutlich höheren Kosten hat das Unternehmen daher in der vergangenen Woche bereits seine Ergebnisprognose deutlich gesenkt. Zudem belastet der Rückzug aus Russland im Zuge des Ukraine-Krieges.

An der mittelfristigen Prognose hält das Unternehmen jedoch fest: Ein jährliches Umsatzwachstum aus eigener Kraft von drei bis vier Prozent, eine bereinigte operative Marge (Ebit) von rund 16 Prozent sowie für ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich stehen im Plan.
 

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