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03.05.2017
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Hugo Boss auf Erholungskurs – Gewinne steigen wieder

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DPA
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03.05.2017

Der schwer gebeutelte Modekonzern Hugo Boss macht den zuletzt verloren gegangen Boden wieder gut. Dank des im Vorjahr eingeleiteten Sanierungskurses kletterte das Konzernergebnis im ersten Quartal um ein Fünftel auf 48 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Operativ (bereinigtes Ebitda) verdiente Hugo Boss mit 97,4 Millionen Euro vier Prozent mehr als im Vorjahr.


In der aktuellen Quartalsbilanz macht der Modekonzern den zuletzt verloren gegangen Boden wieder gut. - BOSS


Der Konzern leidet wie viele seiner Konkurrenten unter der Flaute im Textilhandel sowie unter eigenen Fehlern. Hugo Boss machte zuletzt unter anderem eine gescheiterte Ladenexpansion zu schaffen. Im abgelaufenen Jahr hatte das Unternehmen mit Sitz in Metzingen einen Gewinnrückgang von 39 Prozent auf 194 Millionen Euro verbucht.

Firmenchef Mark Langer hat sich auf ein weiteres Jahr des Übergangs eingestellt. 2017 werde der Umsatz währungsbereinigt weitgehend stabil bleiben, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz im März. Auch beim operativen Ergebnis sei wenig Bewegung absehbar. Immerhin sollte der Konzerngewinn wieder steigen, weil 2017 Umbaukosten wegfallen.

In der aktuellen Quartalsbilanz macht der Modekonzern den zuletzt verloren gegangen Boden wieder gut. Zum Ergebnisanstieg trugen Kosteneinsparungen aber auch deutlich geringere Rabatte bei. Zudem spielten Sonderaufwendungen kaum eine Rolle. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 651 Millionen Euro. Die Erwartungen der Analysten konnte Hugo Boss übertreffen.

Für das Gesamtjahr geht der Konzern weiterhin von stabilen Erlösen sowie einem Gewinnanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus. Hugo Boss war im vergangenen Jahr durch die Flaute in der Textilbranche aber auch durch hausgemachte Fehler in die Krise geraten. Das Management wurde ausgetauscht, die Marke neu positioniert und etliche Läden geschlossen.

Das Online-Minus von 27 Prozent im ersten Quartal will Langer so schnell wie möglich ausbügeln – bereits im zweiten Quartal. Man habe den Fehler gemacht, zu teure und hochwertige Produkte im eigenen Online-Shop anzubieten. Die meisten Kunden, die online einkaufen, würden aber eher nach günstigeren Angeboten Ausschau halten, sagte er. Auch bei der Benutzerfreundlichkeit der Webseite gebe es Nachholbedarf.

Der Internethandel ist bei Hugo Boss ohnehin ein zartes Pflänzchen. Gerade einmal 20 Millionen Euro erzielte Hugo Boss zwischen Januar und März online. Das meiste Geld kommt nach wie vor über eigene Läden oder Großhandelspartner herein. 

Wichtig für den weiteren Erfolg der Strategie wird aus Sicht von Analyst Piral Dadhania, vom Analysehaus RBC Capital, die Resonanz auf die neuen Kollektionen sein. Langer und sein Team haben das Markenportfolio gestrafft, die Männermode wieder in den Fokus gerückt und auch den Anteil an Freizeitmode ausgebaut. In den nächsten Wochen wird die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2018 dem Handel vorgestellt. Im Sommer stehen zudem wichtige Modeschauen in Florenz und New York an.

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