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07.03.2017
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Hugo Boss erwartet nach Gewinnrückgang Kürzung der Dividenden

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DPA
Veröffentlicht am
07.03.2017

Der mitten im Umbau steckende Modekonzern Hugo Boss hat das Jahr 2016 wohl mit einem deutlichen Gewinnrückgang abgeschlossen. Daher dürften auch die Aktionäre den Gürtel enger schnallen müssen.


Bereits im Januar hatte der Konzern vorläufige Umsatzzahlen gemeldet. Danach waren die Erlöse um 4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesunken. - Hugo Boss


Hugo Boss werde die Dividende von 3,62 Euro im Vorjahr auf 2,60 Euro je Aktie kürzen, schätzen die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Dienstag befragten Analysten. Hugo Boss will am Donnerstag, den 9. März, seine Bilanz vorlegen.

Bereits im Januar hatte der Konzern vorläufige Umsatzzahlen gemeldet. Danach waren die Erlöse um 4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesunken. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda vor Sondereffekten) dürfte Experten wegen der Kosten für den Umbau um 17,8 Prozent auf 489 Millionen Euro gesunken sein. Der Nettogewinn sollte noch deutlicher um rund 39 Prozent auf 195,4 Millionen Euro fallen.

Der Edelschneider aus dem schwäbischen Metzingen leidet unter der Krise in der Modebranche, aber auch unter eigenen Fehlern. Eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, waren fehlgeschlagen. Nach einer heftigen Gewinnwarnung Anfang 2016 wurde fast die komplette Führungsriege ausgewechselt. Geblieben ist nur der jetzige Konzernchef Mark Langer, der unter seinem geschassten Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs die Finanzen des Konzerns verantwortet hatte.

Inzwischen hat das Unternehmen unrentable Läden geschlossen und das Vertriebspartnernetz in den USA ausgedünnt. Gleichzeitig begann der Konzern damit, die Preisdifferenzen, die zwischen den einzelnen Regionen klaffen, auszubügeln. Boss-Artikel wurden dadurch in Asien günstiger und hierzulande teurer. Auch am Markenauftritt wurde gefeilt. Der Fokus von Boss soll wieder stärker auf der Herrenmode liegen.

Boss-Chef Langer hat die Aktionäre bereits auf eine längere Durststrecke eingestellt. Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis die eingeleiteten Veränderungen Früchte tragen, hatte er im Herbst gesagt. Auch Analysten erwarten für 2017 noch kein steigendes, sondern nur ein stabiles operatives Ergebnis. Auch der Umsatz wird wohl stagnieren.

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