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Fabeau
Veröffentlicht am
30.03.2015
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Net-a-porter: Zu Größerem bestimmt?

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
30.03.2015



Net-a-porter könnte nach einer Fusion mit Yoox die Milliarden-Hürde überspringen
Die Compagnie Financière Richemont SA hat heute offiziell bestätigt, Gespräche mit dem italienischen Onlinehändler Yoox SpA zu führen. Es geht um eine „potentielle Geschäftsverbindung“ zwischen den Italienern und der zur Richemont gehörenden The Net-A-Porter Group Ltd. Damit reagiert der Schweizer Luxuskonzern auf die Gerüchte, die es seit Monaten, aber verstärkt in letzter Woche, gab. So soll Amazon Medienberichten zufolge die Übernahme der Richemont-Plattform erwogen haben, offiziell wurde das Interesse aber am Freitag verneint. Dafür sollen die Gespräche mit Yoox wieder an Fahrt aufgenommen haben. Beide Parteien hatten bereits vor einem Jahr Fusionsgespräche geführt, die dann allerdings ins Stocken gerieten. Die Fusion beider Luxus-Onlinehändler könnte durchaus Sinn machen, um ihre Schlagkraft zu erhöhen und Synergien bspw. bei der Logistik zu nutzen.
Viele der Luxusonlinehändler machen zwar passable Umsätze, allerdings sind alle - trotz großer Warenkörbe - noch ein gutes Stück von der Umsatzmilliarde entfernt. Laut Schätzungen soll Net-A-Porter dieses Jahr (2014/15, Stichtag: 31. März)) rund 700 Mio. Euro erwirtschaften, während Yoox zuletzt 524 Mio. Euro umgesetzt hatte. Kleinere Wettbewerber wie Mytheresa und Stylebop arbeiten parallel eher an der 100 Mio. Euro-Marke. Gleichzeitig drängen neue Formate wie Farfetch (ein Online-Marktplatz für rund 300 kleinere Boutiquen, der rund 325 Mio. Euro pro Jahr umsetzt) auf das zugegebenermaßen beschränkte Segment.
Der Ausflug in den Onlinehandel hatte sich für Richemont nicht so entwickelt wie erwartet. Nachdem die Schweizer 2010 die Komplettübernahme vollzogen haben, stiegen die Umsätze zwar weiter, aber im Vergleich zum Juweliergeschäft (Cartier, Van Cleef & Arpels) sowie Uhren (Jaeger-LeCoultre, Piaget, Baume & Mercier, A. Lange & Söhne) blieb Net-A-Porter ein kleines Licht im Konzernverbund, das zudem auch keine Gewinne abwarf. Konkrete Zahlen gaben die verschwiegenen Schweizer nie heraus, doch glaubt man Medienberichten war Net-a-porter für Richemont die letzten drei Jahre aufgrund hoher Investitionen ein Verlustgeschäft. Erst dieses Jahr dürfte nun endlich wieder mit einem kleinen Gewinn zu rechnen sein.
Sollte Richemont seine Net-a-porter-Tochter für den Wert, den Analysten schätzen, veräußern können, hätte sich ihr Investment aber auf jeden Fall gelohnt. Branchenkenner beziffern den Unternehmenswert auf 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro. 2010 hatte der Wert bei knapp 400 Mio. Euro gelegen.

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