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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
10.02.2022
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OTB schließt 2021 dank seiner Luxusmarken mit einem Plus von 16,2% ab

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
10.02.2022

OTB schloss das Jahr 2021 mit einem guten Ergebnis ab, insbesondere dank der starken Performance seiner Luxushäuser. Diese Sparte wurde im letzten Jahr durch die Übernahme von Jil Sander gestärkt. Der italienische Modekonzern, der über seine Jeansmarke Diesel hinaus auch Maison Margiela, Marni und Viktor & Rolf besitzt, erzielte einen Umsatz von 1,53 Milliarden Euro, was dem Umsatz von 2019 vor der Pandemie entspricht, mit einem Anstieg von 16,2 % im Vergleich zu 2020. Der Nettoumsatz, d. h. ohne Lizenzgebühren und andere Einnahmen, belief sich auf 1,456 Milliarden Euro.

Renzo Rosso, Gründer und Vorsitzender der Gruppe - OTB

 
Die Umsätze der Luxussparte stiegen um 49 % im Jahresvergleich und um 55 % im Vergleich zu 2019, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung der Jahresergebnisse, wobei keine Angaben zum Umsatz dieser Einheit gemacht wurden. Der Konzern hob jedoch die Leistung von Maison Margiela unter der kreativen Leitung von John Galliano hervor: Der Umsatz stieg in den drei Jahren seit 2019 um 107% und im Vergleich zu 2020 um 25%.
 
Das deutsche Label Jil Sander, das im März 2021 von Renzo Rossos Modekonzern übernommen wurde, "erreichte in nur neun Monaten die operative Gewinnschwelle und begann, Cashflow zu generieren", so die Gruppe, die über ihre Produktions- und Vertriebsgesellschaft Staff International, die für ihre Luxushäuser zuständig ist, auch Lizenzmarken wie Dsquared2, Just Cavalli und Koché verwaltet. OTB erwarb 2019 auch eine Minderheitsbeteiligung an dem kalifornischen Luxus-Denim-Label Amiri.

"Wir wollen unsere Position als internationales Zentrum für unkonventionelle Mode und Luxus weiter stärken, indem wir unsere Gruppe für andere Marken öffnen, die unsere Philosophie teilen", erklärte OTB-Präsident Renzo Rosso in der Pressemitteilung und erinnerte daran, wie dieser Weg "vor knapp einem Jahr mit Jil Sander begann, das unsere Präsenz in der Welt des Luxus festigt".
 
Auch Diesel ist nun Teil dieser Strategie. Für seine Hauptmarke leitete das Unternehmen aus Breganze, Venetien, eine neue Phase ein, indem es Ende 2020 den talentierten belgischen Designer Glenn Martens einstellte, mit dem Ziel, das Label "im alternativen Luxussegment" zu positionieren. Im Zuge dessen entwickelte Martens auch ein neues Ladenkonzept, das kürzlich in New York enthüllt wurde. "Die neue kreative Leitung weckt das Interesse der internationalen Kunden, die aufmerksamer auf neue Modetrends achten", so der Konzern, der außerdem eine umfassende Rationalisierung und Umgestaltung des Vertriebsnetzes von Diesel abgeschlossen hat.

CEO Ubaldo Minelli - OTB


In den letzten zwei Jahren hat das Unternehmen auch seine industrielle Organisation umstrukturiert, indem es die Rolle von Staff International stärkte und alle Logistikaktivitäten integrierte, die seit November unter der Kontrolle von OTB stehen. Dies führte zu einer Verbesserung der Prozesse und der angebotenen Dienstleistungen. Im letzten Jahr investierte das Unternehmen 47 Millionen Euro, nicht nur in die Logistik, sondern auch in sein Direktvertriebsnetz mit 38 neuen Verkaufsstellen und in den digitalen Bereich (E-Commerce und Omnichannel-Plattform). Trotz dieser Maßnahmen konnte OTB seine Nettoliquidität auf 383 Millionen Euro steigern, gegenüber 175 Millionen Euro zum 31. Dezember 2020. 
 
Im Rahmen dieser Neugestaltung konnte die Holdinggesellschaft von Renzo Rosso ihre Profitabilität deutlich verbessern. Im Jahr 2021 erzielte sie einen Nettogewinn von 142 Millionen Euro und verbuchte ein Bruttobetriebsergebnis (Ebitda) von 354 Millionen Euro gegenüber 176 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Ohne einmalige Posten belief sich letzteres auf 258 Millionen Euro (+47% im Vergleich zu 2020 und +36% im Vergleich zu 2019). Das Nettobetriebsergebnis (Ebit) erreicht 187 Millionen Euro und 94 Millionen Euro ohne einmalige Posten.
 
Aus geografischer Sicht bestätigt sich der asiatisch-pazifische Raum als strategische Region. Japan bleibt mit 25% des Gesamtumsatzes der Gruppe einer der wichtigsten Absatzmärkte. Auch in China konnte OTB seine Präsenz ausbauen. Es gibt dort nun 80 Monomarken-Boutiquen in 16 Städten, wobei diese Zahl innerhalb von drei Jahren verdoppelt werden soll. Darüber hinaus wurde eine Niederlassung in Südkorea eröffnet. Auch in Nordamerika will das Unternehmen schneller wachsen, und hat hierfür kürzlich zwei Manager eingestellt: Eraldo Poletto für die Leitung von Diesel und Laura Dubin Wander für die Überwachung der Designermarken (Maison Margiela, Marni und Jil Sander sowie Staff International).
 
"2021 war ein Jahr voller Zufriedenheit, in dem wir alle geplanten Ziele erreicht – und in einigen Fällen übertroffen – haben, und das in einem besonders schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Umfeld", fasst Generaldirektor Ubaldo Minelli zusammen und bestätigt den strategischen Plan der Gruppe, der ein jährliches Wachstum von 20% vorsieht. 

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