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Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.11.2021
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Primark erholt sich von Pandemieauswirkungen und setzt Expansion fort

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.11.2021

Die Jahresergebnisse des Konzerns ​Associated British Foods zeigen, wie stark Primark im Geschäftsjahr (Stichtag: 18. September) unter der Pandemie litt, und wie gut sich die Marke seither wieder erholt hat.


Photo: Sandra Halliday


Der flächenbereinigte Umsatz von Primark verfehlte die Vorpandemiewerte um 12 Prozent, doch ist bei der Gewinnmarge im zweiten Halbjahr mit einem Plus von 10,6 Prozent eine deutliche Erholung bemerkbar. Aktuell sind alle Primark-Läden wieder geöffnet und "die Kunden sind zahlreich in die Stores zurückgekehrt".

Der flächenbereinigte Umsatz verbessert sich im Vergleich zu den Vorpandemiewerten stetig, während "die Lust der Kunden, in Einkaufs- und Stadtzentren zurückzukehren, mittelfristig ansteigt und sich der Tourismus aus dem In- und Ausland erholt”.

Für das kommende Jahr rechnet das Unternehmen damit, dass Primark "den Umsatz deutlich ankurbeln wird mit einer klaren Verbesserung der bereinigten operativen Marge, die sich auf über 10 Prozent erholt" – sofern keine weiteren Pandemie-Einschränkungen verkündet werden.

Im September launchte Primark eine umfangreiche neue Nachhaltigkeitsstrategie, die "ohne bemerkenswerte Veränderungen in der langfristigen Umsatzrendite von Primark" umgesetzt werden soll.

Der Konzern sieht auch ein "weiteres Wachstumspotenzial in allen bestehenden und in ein paar neuen Märkten. Insbesondere wird die Expansion in den USA, in Frankreich, Italien und der iberischen Halbinsel beschleunigt". Das Filialnetz soll in den kommenden fünf Jahren von 398 auf 530 Verkaufsstellen anwachsen.

IN ZAHLEN

Nun, was geschah genau im vergangenen Jahr? Primark erzielte mit GBP 5,593 Milliarden (EUR 6,538 Mrd.) 5 Prozent weniger Umsatz, was angesichts der Ladenschließungen wenig überraschend ist. Das bereinigte Betriebsergebnis verschlechterte sich um 11 Prozent auf GBP 321 Millionen (EUR 375 Mio.), doch unter Ausklammerung der Rückzahlung der Coronahilfen der Regierungen in verschiedenen Ländern ergab sich an dieser Stelle mit GPB 415 Millionen (EUR 485 Mio.) ein Plus von 15 Prozent.

Die Umsatzzahlen wurden jedoch auch durch die Berücksichtigung der 53. Woche im Geschäftsjahr beschönigt und das Unternehmen verlor aufgrund der Lockdown-Einschränkungen einen Drittel der üblicherweise verfügbaren Handelstage.

Vor einem Jahr hatte das Unternehmen einen Viertel der üblichen Handelstage eingebüßt. Doch trotz dieser geringeren Anzahl Handelstage wurde an den Tagen, an denen die Läden geöffnet waren, ein Umsatz- und Gewinnanstieg verzeichnet. Und die Betriebsgewinnmarge verbesserte sich im Berichtsjahr von 1,9 Prozent im ersten Halbjahr auf 10,6 Prozent in der zweiten Jahreshälfte (unter Ausschluss der 53. Woche).

Insgesamt geht das Unternehmen davon aus, dass ihm im vergangenen Jahr ein Umsatzpotenzial von rund GBP 2 Milliarden (EUR 2,3 Mrd.) entging. Doch während die flächenbereinigten Umsatzzahlen um 12 Prozent absanken, beschränkte sich der Rückgang unter Ausklammerung der Läden in den Stadtzentren auf ein Minus von 7 Prozent.

In Großbritannien machten sich die Auswirkungen der Anzahl Menschen bemerkbar, die sich in Selbstisolation begeben mussten. Als die diesbezüglichen Regeln gelockert wurden, verbesserten sich die flächenbereinigten Umsatzzahlen von einem Rückgang um 24 Prozent in den ersten vier Wochen des betreffenden Quartals auf ein Minus von 11 Prozent in den letzten vier Wochen.

In Kontinentaleuropa ergab sich vor allem in Spanien und Portugal ein starker Rückgang der Touristenausgaben.

In den USA lief das Geschäft gut, das Unternehmen erzielte eine starke Gewinnspanne. Der flächenbereinigte Umsatz verbesserte sich konsequent, im Zweijahresvergleich ergab sich so ein Plus von 6 Prozent, unter Ausklammerung des Stores in der Innenstadt von Boston. Das Unternehmen ist überzeugt, dass "Primark die US-Kunden anspricht und die Markenbekanntheit weiter steigt".

Besonders deutlich wurde dies durch die starken Ergebnisse der im Verlauf des Jahres eröffneten Stores. Die Performance im amerikanischen Markt stimmt das Unternehmen "zuversichtlich, die Expansionsgeschwindigkeit in diesem wichtigen Markt anheben zu können".

Der Verkaufsbeginn des Herbst-/Winterangebots 2021 gestaltete sich erfreulich und die Flächenproduktivität zeigte weiter nach oben. ABF erklärte, Primark habe vom anhaltenden Trend des "Comfort Living" profitieren können. Und das Angebot Primark Edit mit "hochwertigen zeitlosen Stücken für Frauen erfreut sich seit dem Start im September großer Beliebtheit. Die saisonalen Basics wie Baumwoll-Kaschmirpullover und klassische Trench Coats verkaufen sich gut, nicht zuletzt durch die Werbung in den sozialen Medien".

Dies zeigt, dass der digitale Aspekt immer mehr Bedeutung gewinnt. Dennoch will die Gruppe in absehbarer Zukunft keinen Onlinestore einführen. Doch die digitale Innovation hat auch ABF erreicht, bald soll eine neue Website für die Kunden enthüllt werden. Auf der Plattform sollen Produkte präsentiert werden, die Kunden online ansehen können, bevor sie sie in den Stores kaufen. "Jedes Produkt enthält eine weitaus umfassendere Produktinformation und zahlreiche Bilder". Rund 70 Prozent des Gesamtangebots sollen so online zugänglich gemacht werden, während aktuell nur rund 20 Prozent verfügbar sind.

Auf der neuen Website können Kunden auch die Verfügbarkeit der gewünschten Produkte in spezifischen Läden abrufen. Die ersten Reaktionen der Test-Kunden waren positiv.

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