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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
02.06.2020
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3 Minuten
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Primark: Nach ersten ermutigenden Ergebnissen eröffnen am 15. Juni alle Stores in Großbritannien

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
02.06.2020

Die Wiedereröffnung nach Corona ist für alle Einzelhändler immens wichtig, doch für Primark ist das Bedürfnis durch den fehlenden E-Commerce-Kanal noch größer. Nach eigenen Angaben betrug der monatliche Verlust während des Lockdowns GBP 650 Millionen.


Photo, Sandra Halliday


Am Montag verkündete das Unternehmen, dass die Läden in Großbritannien den Betrieb am 15. Juni wieder aufnehmen. Frühe Handelsindikatoren aus den in anderen Ländern wiedereröffneten Verkaufsstellen seien "sowohl beruhigend als auch ermutigend" gewesen.

Die Verbraucher kaufen demzufolge Kinder-, Freizeit- und Nachtkleidung, aber aufgrund des guten Wetters in den betroffenen Ländern auch Sommerprodukte wie Shorts und T-Shirts.

Die Primark-Läden wurden ab dem 11. März rund um den Globus geschlossen, was zum erwähnten Umsatzverlust von GBP 650 Millionen pro Monat führte. Um diesen Verlusten entgegenzuwirken, ergriff das Unternehmen Kostensenkungsmaßnahmen und stornierte auch einige Terminaufträge. Doch der wichtigste Faktor bei der Ausgabensenkung waren die von den europäischen Regierungen angebotenen Programme zur Arbeitsplatzerhaltung.

Das Unternehmen konnte in jüngster Vergangenheit 112 Läden wieder eröffnen und scheint mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. Nach Umsetzung der Social-Distancing-Regeln und Hygienemaßnahmen sollen nun alle Läden in Großbritannien am selben Datum wieder eröffnet werden.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die ihre Läden schrittweise wiedereröffnen, ist Primark aufgrund der in anderen Ländern getätigten Erfahrungen zuversichtlich, dass die landesweite Wiedereröffnung aller Stores machbar ist. Für Verkaufsstellen in Nordirland, Wales und Schottland wartet der Konzern jedoch weitere Regierungsangaben ab und rechnet mit einer Wiedereröffnung Ende Juni.

Die bereits wieder in Betrieb befindlichen 112 Läden machen 34 Prozent der gesamten Verkaufsfläche von Primark aus. Wenn die Stores in Großbritannien ebenfalls wieder geöffnet sind, ergibt sich eine Gesamtanzahl von 281 geöffneten Stores, bzw. 79 Prozent der gesamten Verkaufsfläche.

Bis am 15. Juni werden auch drei neue Stores eingeweiht, die ursprünglich früher hätten eröffnet werden sollen. Es handelt sich um die bereits eröffneten Stores im belgischen Bergen und in Berlin und um eine Verkaufsstelle im Trafford Centre in Manchester (GB), dessen Türen am 15. Juni aufgehen.

LAGERÜBERBESTÄNDE

Während des Lockdowns häuften sich bei Primark wie bei anderen Händlern bedeutende Lagerüberbestände an. Bei der Wiedereröffnung der ersten Stores verfügte Primark über Lagerbestände im Wert von GBP 1,5 Milliarden und hatte bei seinen Zulieferern Bestellungen für weitere GBP 400 Millionen aufgegeben. Normalerweise beträgt der Lagerbestand ca. GBP 900 Millionen.

Das Unternehmen gebe aktuell "bei unseren Zulieferern große Bestellungen für die [Herbst-/Winter-]Saison" auf.

Die vorhandenen Überbestände umfassen hauptsächlich "alltägliche Produktlinien, Non-Fashion-sowie saisonunabhängige Produkte und einige überschüssige Frühjahr-/Sommerprodukte". Aufgrund der nicht saisonabhängigen Natur der Lagerbestände sollte deren Absatz "im normalen Geschäftsrahmen, einfach später und ohne besondere Rabatte über unsere normale Geschäftstätigkeit hinaus möglich" sein.

AUFGESTAUTE NACHFRAGE

Das Unternehmen ist insgesamt zuversichtlich und der Umsatz in den wiedereröffneten Verkaufsstellen scheint diesen Optimismus durch die aufgestaute Nachfrage bislang bestärkt zu haben. Die Zahlen seien "sowohl beruhigend als auch ermutigend" gewesen, wobei die Kunden "vor den meisten Läden Schlange gestanden und in den Läden bedeutende Einkäufe getätigt haben".

Primark weist jedoch darauf hin, dass sich die Umsatzzahlen seit der Wiedereröffnung auf "einen sehr kurzen Zeitraum" beziehen und sie "durch verschiedene spezifische Faktoren beeinflusst werden konnten und somit nicht zwingend einen langfristigen Trend aufzeigen". Der kumulierte Umsatz seit der Wiedereröffnung lag auf vergleichbarer Basis "als Gesamtsumme unter der Vergleichsperiode im Vorjahr".

Doch einige Läden erzielten im Vergleich zum vergangenen Jahr Umsatzsteigerungen. "Eine bedeutende Anzahl" der regionalen Stores schnitten gut ab und nur vier Läden erzielten weniger als 50 Prozent des Vorjahresumsatzes. Dazu zählen der Damrak-Store im Herzen Amsterdams und die Verkaufsstelle am Alexanderplatz in Berlin. Beide befinden sich im Herzen von Großstädten und leiden unter dem Ausbleiben der Touristenströme und der geringeren Besucherfrequenz.

Es überrascht nicht, dass die Kostensenkungsmaßnahmen nicht sofort aufgehoben werden. In Großbritannien beispielsweise mache das Unternehmen weiterhin "Fortschritte in den Verhandlungen mit den Vermietern, um einige der Mietbedingungen neu zu verhandeln. Im April und im Mai haben wir unsere anvisierte 50-Prozent-Betriebskostenreduktion mehr als erreicht".

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