Schattenseiten der Mode: 11.000 Liter Wasser für ein Kilo Baumwolle

Eine Ausstellung im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalen Textilindustrie. Dabei kontrastiert die Schau diese "Fast Fashion" mit der "Slow-Fashion"-Bewegung, die sich um mehr Nachhaltigkeit bemüht und zum Beispiel alte Web- und Färbetechniken wieder aufnimmt. Ein T-Shirt, das im Kaufhaus nicht mehr als fünf Euro koste, lege heute etwa 40.000 Kilometer zurück, sagte Museumsdirektor Klaus Schneider am Donnerstag. Die Produktion von einem Kilo Baumwolle erfordere 11.000 Liter Wasser. Dieses System sei verstörend, wobei es dem Museum nicht um billige Schuldzuweisungen gehe.

Screenshot www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum

Nach den Worten der Kölner Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach dokumentiert die Schau eine "Parade von Unglaublichkeiten". Vor und während des Weihnachtseinkaufs stelle die bis zum 24. Februar laufende Ausstellung deshalb unbequeme Fragen: "Wie sollten wir uns selber verhalten, wenn es um die Schattenseiten der Mode geht?"

Die Ausstellungsmacher verweisen auch auf die wichtige Rolle, die Youtuber mittlerweile für die Modeindustrie spielen: Sie preisen ihren jugendlichen Zuschauern unaufhörlich neue Mode an und präsentieren ihre Zukäufe als "Haul" (Fang), was eine gewisse Einmaligkeit des Produkts suggeriert und den Kauf als Leistung darstellt.

Im Durchschnitt besitzen westliche Konsumenten heute vier Mal mehr Kleidung als 1980. Bis zu 20 Kleidungsstücke hängen nach Museumsangaben ungenutzt im Kleiderschrank, bevor sie entsorgt werden. Allein in Deutschland fallen demnach jährlich 1,2 Millionen Tonnen Altkleider an. Die Kehrseite: Über die Hälfte der Weltbevölkerung sei auf Second-Hand-Kleidung angewiesen.

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