Sears will neues Angebot prüfen

Die Sears Holdings willigte am Dienstag ein, ein neues Übernahmeangebot des CEOs Edward Lampert zu prüfen. Dadurch kann der drohende Untergang der Kaufhauskette nach 126-jährigem Bestehen zumindest provisorisch abgewendet werden.


Sears will neues Angebot prüfen

Dem zuvor von Edward Lampert vorgeschlagenen Übernahmekonzept für USD 4,4 Milliarden (EUR 3,85 Milliarden) konnte nicht stattgegeben werden. Folglich bereite das Unternehmen, das im Oktober Konkurs angemeldet hat, für die Anhörung an einem New Yorker Handelsgericht am Dienstag einen Antrag auf Eröffnung eines Liquidationsverfahrens vor.

An der Anhörung erklärte ein Anwalt der Kaufhauskette jedoch, dass Edward Lampert dem Gericht bis zum 9. Januar ein neues Angebot unterbreiten werde. Zum genauen Inhalt des Angebots wurden keine Angaben gemacht.

Der mit der Sache befasste Richter Robert Drain erklärte, dass Sears dieses Angebot mit einem möglichen Liquidationsverfahren vergleichen werde. Vor Montag wird somit keine Versteigerung der Vermögenswerte von Sears beschlossen.

Diese Entwicklung befeuert die Hypothese einer möglichen Fortsetzung der Geschäftstätigkeit von Sears, womöglich auch in bescheidenerem Rahmen, wodurch zumindest ein Teil der 68.000 Arbeitsstellen gerettet werden könnte.

Der drohende Untergang dieses historischen Handelsriesen zeugt von den anhaltenden Schwierigkeiten des traditionellen Handels angesichts der Konkurrenz der Big Player im Onlinehandel, die Kunden abwerben und die Preise nach unten drücken.

Der Kontrast mit dem Onlinehandelsriesen Amazon ist frappant: Das Unternehmen erreichte diese Woche erstmals die größte Marktkapitalisierung in den USA, mit rund USD 800 Milliarden.

Ein jahrelanger Kampf

Einer der zentralen Streitpunkte in den bisherigen Verhandlungen zwischen Sears und Edward Lampert betrifft die Übernahme der im Rahmen des Konkursverfahrens angehäuften Kosten im Übernahmeangebot, wie gut informierte Quellen verlauten ließen.

Einige Schuldner haben sich zudem erneut für eine Liquidation ausgesprochen, einerseits in der Hoffnung, dadurch mehr Geld zu erhalten, aber auch aufgrund der rechtlichen Unklarheiten, die sie in Edward Lamperts Übernahmeangebot orten.

Die Eröffnung des Liquidationsverfahrens würde einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Kampf setzen, der durch sinkende Umsätze, die Schließung von Hunderten von Verkaufsstellen, zahlreiche Verluste und erfolglose Versuche von Edward Lampert, das Ruder wieder herumzureißen, geprägt war. Lampert hatte den Konzern im Jahr 2005 für rund USD 11 Milliarden übernommen.

Das gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Unternehmen Sears feierte große Erfolge im Versandhandel und führte in seinen Katalogen die unterschiedlichsten Produktkategorien: Von Spielsachen über Medikamente und Grammophone bis hin zu Autos und sogar Grabsteinen – eine Art Amazon seiner Zeit.

Nun droht dem Unternehmen dasselbe Schicksal wie Toys’R’Us: Der größte Spielzeughändler der USA wurde 2017 sechs Monate nach der Konkursanmeldung liquidiert.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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