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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
13.07.2022
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Vinted wird in Europa zum B2B-Akteur

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
13.07.2022

Über seinen neuen Logistikableger Vinted Go bietet der litauische Konzern eine neue digitale Plattform, um das Angebot seiner verschiedenen Speditionspartner zu koordinieren. Das Logistiknetz soll neu auch in den Dienst von dritten Unternehmen gestellt werden. Damit erweitert die Gruppe ihre Tätigkeit von C2C auf B2B.


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Das Logistikangebot dient sowohl für nationale als auch grenzüberschreitende Lieferungen in Europa und stützt sich auf ein Partnernetzwerk mit 220 000 Pick-up-/Drop-off-Standorten (PUDO) in 14 Ländern. Das Logistiknetzwerk ermöglicht durchschnittliche Lieferfristen von 2 bis 3 Tagen im Inland und von 3 bis 5 Tagen für internationale Sendungen. Das Angebot wird in einem ersten Schritt für den Transport klein- und mittelformatiger Artikel geöffnet. Als Beispiel nennt Vinted Go Kleidungsstücke, Sportaccessoires und Haushaltsartikel sowie Bürowaren für den Homeoffice-Bedarf.

"Vinted Go verfügt über einen guten Bestand potenzieller Neukunden, die ihre Lieferungen über Logistikstandorte in Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien, die Benelux-Länder und in Deutschland erhöhen wollen", erklärte das Unternehmen. Und betonte, dass die Nutzung des eigenen Logistiknetzwerks für Unternehmen eine Möglichkeit sei, die zahlreichen Schritte für den Abschluss individueller Transportvereinbarungen in den verschiedenen Ländern zu umgehen.

Vor wenigen Wochen verkündete Vinted Go zudem den Ausbau eines eigenen europäischen Netzwerks für automatische Schließfächer. Das litauische Unternehmen stützt sich dabei zunächst auf seinen wichtigsten Absatzmarkt, Frankreich. Die ersten Schließfächer sollen im Großraum Paris bei den Lebensmittelhändlern Franprix (Monoprix) und Carrefour entstehen.

"Durch unser Netzwerk an Spediteuren und Transportpartnern verbindet unser Team fragmentierte logistische Infrastrukturen", erklärte Vytautas Atkocaitis, Vizepräsident von Vinted Go. "Das neue Angebot von Vinted Go bietet eine praktische und vorteilhafte Lieferlösung. Wir kommen vom digitalen Markt, und verfolgen das Ziel, den Onlinehandel international so fließend wie möglich zu gestalten: Der Launch unserer digitalen B2B-Lieferplattform bildet einen wichtigen Schritt in diese Richtung".

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Zum besseren Verständnis des strategischen Ansatzes von Vinted sei daran erinnert, dass sich das Unternehmen nicht als Akteur der Modebranche versteht, sondern als "einfacher" technischer Verknüpfungsexperte. Generaldirektor Thomas Plantenga erklärte vor der Krise, dass Vinted seine Rentabilität durch die Aufnahme einer zunehmenden Anzahl an Verkäufern erreichen würde, bis zu einem Break-even-Punkt.

Doch trotz der durch die Gesundheitskrise beschleunigten Entwicklung des Onlinehandels und der intensiven Aussortierung nicht mehr getragener Kleidungsstücke durch Kunden in ganz Europa während der Lockdowns, wurde dieser Punkt noch nicht erreicht. Der Konzern verzeichnete 2021 zwar ein Umsatzwachstum um 63 Prozent auf EUR 245 Millionen, doch wies er gleichzeitig einen Verlust von EUR 100 Millionen aus, fünf Mal mehr als vor einem Jahr. Diese Verluste lassen sich insbesondere durch die Logistikinvestitionen der Gruppe erklären, die nun als B2B-Dienstleister neue Wachstumsimpulse sucht.
 

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