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Veröffentlicht am
22.07.2008
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Lagerfeld schreibt Autobiografie - und mag keine Geburtstage

Von
DPA
Veröffentlicht am
22.07.2008

Modeschöpfer Karl Lagerfeld will seine Autobiografie schreiben und wird darin vielleicht ein kleines Geheimnis lüften. Auf seinen 70. Geburtstag im September angesprochen, sagte Lagerfeld der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin: «Das sagen Sie ... Nein, es gibt sogar Leute, die sagen, ich werde 75.» Im Grunde liege er dazwischen. «Meine Geschichte ist ganz anders», stellte der Designer klar. «Aber da muss man auf meine Memoiren warten.» Geburtstag habe er nie gefeiert. «Ich hasse Geburtstage.»


Karl Lagerfeld - Photo : Filippo Monteforte/AFP

Seine Memoiren will Lagerfeld schreiben, wenn er Zeit dazu findet. Der Vertrag bei einem amerikanischen Verlag sei unterschrieben. Er werde seine Erinnerungen auf Englisch verfassen, der Rest sei ein Geheimnis. Lagerfeld mag keine Retrospektiven und Hommagen. Das komme für ihn nicht in Frage. «So lange ich lebe nicht.» Er zitiert ein altes jüdisches Sprichwort: «Man gibt keinen Kredit auf die Vergangenheit.»

Sein Lieblingsort? «Da, wo ich gerade bin. Ich bringe mich überall selbst mit hin.» Er habe keinerlei Vorurteile, weder über Orte noch über Menschen. Sehnsucht nach Hamburg kennt der gebürtige Hanseat, seit Jahrzehnten Star der Pariser Modewelt, nicht. «Das ist doch ein Klischee.» Das Hamburg, was er als Kind gekannt habe, existiere ohnehin nicht mehr. Sein Haus an der Elbe sei verkauft.

Faulenzen liegt dem hyperaktiven Multitalent offensichtlich nicht. Zur Vorstellung, im Strandkorb auf einer Nordseeinsel zu liegen, sagte Lagerfeld: «Wie entsetzlich. Da legt man sich mit 20 hin. Reifes Fleisch gehört nicht an die Sonne und an den Strand.»

Lagerfeld ist nicht nur Modeschöpfer und Fotograf, sondern auch ein Bücherwurm. «Das ist eine Krankheit, von der ich nicht geheilt werden möchte.» Er habe 300 000 Bücher. «Ich schäme mich beinahe, das zu sagen.» Lagerfeld hat sogar eine eigene Bibliothekarin. Die Bücher seien nicht alphabetisch sortiert. «Eine gewisse Unordnung ist kreativ», findet er.

In Berlin war der Pariser Designer am Samstagabend zur Verleihung des «Elle Fashion Star» zu Gast, wo er von seiner Muse Claudia Schiffer für sein Lebenswerk geehrt wurde. Zuvor gab Lagerfeld - mit Zopf, hohem Hemdkragen und Sonnenbrille unschwer zu erkennen - Autogramme. Im Hotel stand Diät-Cola bereit, sein Lieblingsgetränk. Für Berlin als Modestadt hat der Designer noch kein Urteil parat. «Ist das nicht ein bisschen früh?»

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